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Latwerge

Zutaten für 1 Portionen

75 kg Zwetschen
5 kg Zucker

1 lg kupferner Waschkessel
einige motivierte Freunde
oder Nachbarn mit Kondition
Viel Zeit und Geduld!!

Anleitung


Die Zwetschen entkernen und im Kessel bei maessiger Hitze, unter
staendigem Umruehren mindestens 5-6 Stunden kochen. am Schluss den
Zucker dazuruehren. In irdene Toepfe (oder Glaeser) abfuellen, nach ein
paar Tagen mit Pergamentpapier abdecken und zubinden. Statt Zucker
nahmen die Frauen frueher den Saft gekochter kleingehackter
Zuckerrueben. Die Latwerge isst man in Aulendiebach (und nicht nur
dort) nicht allein auf Brot, sondern streicht sie auch auf
Pellkartoffeln, die zuvor dick mit Matte (Quark) bestrichen wurden.


======== Eine Bekannte meiner Eltern gab zu den Pflaumen auch immer
noch 1-2 Liter gekochten Kaffee, ein paar Gewuerznelken und etwas Zimt.
Bei ihr dauerte das Einkochen der Zwetschen 10-12 Stunden. Das
Endprodukt war eine zaehe schwarze Masse, die im Laufe der Zeit immer
fester wurde. Sie wurde dann in etwas Kaffee aufgekocht und somit
wieder streichfaehig gemacht.

======== Info (fuer die Nichthessen):

Wie anderwaerts Apfel und Ruebenkraut, so sind im Buedinger Land
Zwetschen- und Birnenmus ein beliebter Brotaufstrich. Er heisst hier,
wie in Suedhessen allgemein, 'Latwerge', waehrend man das Mus aus
Birnen zur Unterscheidung 'Hoink' nennt, was sich von dem suessen Honig
herleitet. Der Jahresbedarf wird im kupfernen Waschkessel eingekocht.
Nur durch Mobilisierung aller nachbarschaftlichen Hilfe ist das
Entkernen der Koerbe voll Zwetschen, das Schaelen und Schnitzeln der
Birnen und vor allem das Tag und Nacht dauernde Ruehren zu bewaeltigen.
Kaffee und Kuchen, kraeftige hausmacher Wurst mit deftigem Bauernbrot
und hin und wieder ein wuerziger Schnaps lockern die stundenlange
Taetigkeit auf. Die koestlich duftende 'Latwerge' wird dann in die
Vorratstoepfe aus grauem Steinzeug abgefuellt.

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